Einleitung über die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Dem Gelben Kaiser 黃帝 (Huang Di) wird das Standardwerk der traditionelle chinesischen Medizin, das „Buch des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin“ 内經 (Nei Jing), zugeschrieben. Das Gesamtwerk des Huang Di Nei Jing gliedert sich in 18 Bände, die aus insgesamt 162 Kapiteln bestehen. Die ersten neun Bände beinhalten das Huang Di Nei Jing Su Wen (黄帝内经素问) - oder kurz Su Wen (素问). Übersetzt wird dieser Teil mit „Einfache Fragen“. Dort behandelt der gelbe Thearch mit seinem Leibarzt Qi Bo (岐伯) vor allem die Naturgesetzmäßigkeiten und Analogieentsprechungen zwischen Mensch und Natur, Mensch und Himmel und wie man alle Kräfte in Harmonie miteinander bringen kann. Diese Fragen und Erkenntnisse bilden das Fundament der grundlegenden Philosophie der chinesischen Medizin. 

 

Am Leben erhält uns die kosmische, allumgebende Energie. Im chinesischen qi 氣 (jap.: ki) genannt. Diese Energie zirkuliert in unseren Leitbahnen (Meridianen). Wenn Blockaden entstehen und das Qi nicht mehr frei fließen kann, entsteht Krankheit. Werden diese Blockaden nicht gelöst, folgt der Tod.

 

Yin und Yang die Dualität unseres Seins - welches eine Grundlage der traditionellen chinesischen Medizin bildet - basiert auf dem Daoismus. Als Begründer dieser religiös-philosophisch ausgerichteten Richtung gilt Laozi 老子, der um 300 v. Chr. lebte. Das von ihm verfasste Werk Dao De Jing 道德经, das „Buch vom Dao“ (dem Weg, der Lehre) gilt als geistiges Fundament dieser Lehre.

 

„Yin und Yang“ 陰陽 (yin yang) sind die Gegensätze, die einander benötigen, um existieren zu können. Kein Tag ohne Nacht, kein hell ohne dunkel, kein heiß ohne kalt. Aber alles muß in einem harmonischen Zustand sein - auch der Körper. Zuviel oder zuwenig ist nicht harmonisch. Wenn man beispielsweise zuviel isst, geht es dem Körper nicht gut und es entstehen Blockaden - dann folgen Disharmoniemuster.

 

Zu Yin und Yang gehören noch die sogenannten „fünf Wandlungsphasen“ 五行 (wuxing), ein frühes Grundmodell der chinesischen Naturphilosophie, welches alle Phänomene der Natur den Kategorien Feuer, Erde, Metall, Wasser und Holz zuordnet und deren Verhältnis zueinander definiert: Feuer erzeugt Erde, Erde erzeugt Metall, Metall erzeugt Wasser, Wasser erzeugt Holz, Holz erzeugt Feuer - Feuer entsteht in der Natur durch das Verbrennen von Holz, Holz entsteht aus dem Regen und der Feuchtigkeit, welche es nähren, Metall ist flüssig wie Wasser, als fester Stoff jedoch dient es zur Formung der Flussbette. Der Zyklus ist vollendet.

 

Jede Wandlungsphase erzeugt die folgende, kann aber die vorige hemmen. Dieser Zyklus ist in ständigem Erneuerungsprozeß und in ein genaues Schema nicht einzugrenzen.

 

Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet den Menschen als Teil des kosmischen Wirkungsgefüges. Er ist ein harmonisches Wesen zwischen Himmel und Erde - Yin und Yang. Alles was existiert, besteht aus Energie in verschiedenen Aggregatzuständen. Der Mensch wird von chinesischen Ärzten als verdichtete Energieform definiert.

Die Art und Weise, wie ein traditionell chinesisch behandelnder Arzt im Gegensatz zu einem westlichen Mediziner vorgeht, ist völlig anders:

 

Die westliche Medizin hat vordefinierte Krankheiten wie z.B. Migräne. Diese bringt Symptome mit sich und diese müssen kontrolliert und dann eliminiert werden. In der Schulmedizin wird die organische Veränderung, die mit der Erkrankung einhergeht, genauestens im Labor etc. untersucht.

 

Der chinesische Arzt hingegen richtet seine Aufmerksamkeit mehr auf das psychologische Gesamtgefüge des jeweilige Patienten. Er sammelt alle subjektiven Erfahrungen, wie beispielsweise das persönliche Empfinden der Symptome, die Lebensgewohnheiten, das soziale Gefüge in dem der Patient lebt etc. Das Resümee des Ganzen nennt sich sodann „Disharmoniemuster“. Der Mensch war in Harmonie mit sich, vor dem Auftreten der Symptome. Er ist nicht „krank“ geworden, sondern vielmehr aus seinem Gleichgewicht geraten und somit jetzt in einem Disharmoniemuster gefangen, welches es gilt aufzulösen.

Um dies zu verdeutlichen nehmen wir zwei Fälle, bei denen die Patienten an „Magenschmerzen“ leiden: in der Schulmedizin werden Röntgenbilder des Magen-Darm-Traktes gemacht, das Blutbild abgeklärt, evtl. eine Endoskopie. Bei allen beiden Personen würde die Diagnose „Magengeschwür“ lauten.

 

In der TCM hingegen würde der chinesische Arzt bei dem ersten Patienten feststellen, daß er Schmerzen hat, die durch Berührung schlimmer werden, aber bei Anwendung von Kälte sich verbessern. Die Konstitution ist robust und der Teint rötlich, die Stimme voll und tief. Das Auftreten ist bestimmt, ja sogar aggressiv; er leidet unter Verstopfung, die Farbe des Urins ist dunkelgelb, die Zunge hat einen fetten, gelben Belag und der Puls ist voll und drahtig. Der Arzt würde dieses Disharmoniemuster „feuchte Hitze, die die Milz befällt“ nennen und danach therapieren.

 

Bei der Anamnese des zweiten Patienten findet er eine ganz andere Konstellation: dieser ist dünn, der Teint aschgrau, wobei die Wangen rot sind; er hat fortwährend Durst, schweißige Handflächen und neigt zu Verstopfung, Schlaflosigkeit und Nachtschweiß; er ist nervös, unruhig und mit sich selbst unzufrieden; die Zunge ist trocken, leicht rötlich und ohne Belag; der Puls fein und ein wenig schnell. Hier lautet das Disharmoniemuster „mangelndes yin, das den Magen beeinträchtigt“ und nach diesem wird behandelt.

 

Der westliche Arzt stellt eine einzige Krankheitskategorie fest, nach der alle Patienten behandelt werden, während der chinesische Arzt zwei unterschiedliche Disharmoniemuster feststellte und nach diesen zwei unterschiedliche Behandlungen durchführte.

Daraus ergibt sich ein energetisches Weltbild im Gegensatz zu einem anatomisch-physiologisch geformten. Der Mensch mit seiner ganz eigenen individuellen Geschichte mit seinen subjektiven Gefühlen wird hier betrachtet. Die chinesische Methode ist eine ganzheitliche Methode, welche auf der Idee beruht, dass jedes einzelne Element nur in seiner Relation zum Ganzen verstanden werden kann. Dies ist auch wieder die Grundlage von Yin und Yang.

 

In der chinesischen Medizin haben wir es mit folgenden Organsystemen zu tun: Lunge-Dickdarm (Metall), Magen-Milz (Erde), Herz-Dünndarm (Feuer), Blase-Niere (Wasser), Perikard-Sanjiao (Feuer), Gallenblase-Leber (Holz). Wenn man nun von Disharmoniemustern der Organe spricht, ist nicht das anatomische Organ gemeint, sondern vielmehr die Energetik dessen. So steht z.B. das Leitbahnenpaar Lunge-Dickdarm für die psychologische Thematik des Loslassens, des Kontaktes mit der Aussenwelt, für den Kummer und das Weinen. Die Lunge nimmt den Atem auf und der Dickdarm scheidet unsere Abfälle aus - beide Male treten wir also mit der Umwelt in Kontakt. Dieses Paar gehört zu der Wandlungsphase Metall - ohne Metall, elektrische Leitungen etc. könnten unsere Telefone, Fernseher etc. gar nicht funktionieren, die ja ebenfalls für unseren Kontakt mit der Außenwelt von großer Bedeutung sind.

 

Damit wir das Qi am Fließen halten können und unsere Leitbahnen durchgängig, keine alten Glaubenssatzmuster in dieser Realität zu halten, bewusster zu werden mit sich und der Gesellschaft, der Umwelt, gibt es unterschiedliche Methoden, die wir Ihnen in der Naturheilpraxis Dollhausen anbieten. Die Basis alljener entspringt dem Gedanken der TCM und sind Mittel zum Zweck wieder Gesundheit entspringen zu lassen.